Von Badges bis Quiz: Gamification-Beispiele für Ihr Intranet

Wer Spaß bei der Arbeit hat, ist motivierter. Dieses Credo gilt auch für das unternehmensinterne Netzwerk. Höhere Mitarbeitendenpartizipation und -bindung gefällig? Mit den richtigen Maßnahmen ist das spielerisch machbar. Das Zauberwort heißt Gamification. Doch wie schafft man das? Was ist das richtige Maß? Wir werfen einen Blick auf die Möglichkeiten und Beispiele von Gamification im Intranet.

Inhalt

Fortschrittsgrafik mit Balkendiagramm, Auszeichnungssymbol und Kreisdiagramm, das einen Fortschritt von 75 Prozent anzeigt.

Gamechanger: Gamification in interner Kommunikation

Um eins vorwegzunehmen: Nein, es geht nicht darum, dass die Kolleg*innen ihre Arbeitszeit mit Solitär und Bubble Shooter verbringen sollen.

Gamification oder Gamifizierung heißt im Arbeitsumfeld einfach nichts anderes, als dass man spielerische Elemente in Aufgabenbereiche einbaut, die mit Spielen eigentlich nichts zu tun haben. Richtig eingesetzt steigert sie intrinsische Motivation, Engagement und Partizipation der Mitarbeitenden.

Zwar geht es hier in erster Linie um Gamification im Intranet. Die meisten in diesem Artikel aufgeführten Aspekte lassen sich aber auch allgemein ins berufliche Setting übertragen.

Spielerische Techniken sprechen das Bedürfnis nach Spaß, Anerkennung und Belohnung an. Mit dieser Verknüpfung lassen sich Menschen viel besser motivieren und für Aufgaben begeistern, die ihnen gewöhnlich schwerfallen oder die auf der Beliebtheitsskala nicht ganz weit oben stehen.

 

Fortschrittsgrafik mit Balkendiagramm, Auszeichnungssymbol und Kreisdiagramm, das einen Fortschritt von 75 Prozent anzeigt.

Holen Sie als Kommunikationsverantwortliche in Ihrem Unternehmen mit Intranet-Gamification all die Menschen ab,

  • die mit dem neuen Intranet noch nicht ganz warm geworden sind,
  • die sich zwar im Intranet angemeldet haben, aber inaktiv bleiben,
  • die neu im Unternehmen sind und sich noch nicht auskennen,
  • die Wert auf Anerkennung, Wertschätzung und Zusammengehörigkeit legen,
  • denen ein kleiner spielerischer "Anschubser" hilft weiterzukommen.

Ziele: Was kann Gamification erreichen?

Egal, ob direkt im Intranet angewandt oder in anderen unternehmensinternen Bereichen: Kernziel von Gamification ist, dass

  • Aufgaben leichter von der Hand gehen,
  • unternehmensinternes Wissen besser aufnehmbar und erlernbar ist,
  • Kolleg*innen sowohl im Einzelnen und als auch als Team gestärkt werden,
  • Bindung und Loyalität zum eigenen Arbeitgeber gefestigt werden
  • und - wenn im Intranet angewandt - nicht zuletzt das neue Mitarbeiterportal an sich besser angenommen wird

 

Grundsätzlich bieten sich viele Anwendungsfälle. Nutzen Sie Gamification unternehmensintern

  • zum Anlernen neuer Teammitglieder,
  • bei der Einführung neuer Prozesse oder zur Weiterbildung,
  • bei der Erhebung der Mitarbeitendenzufriedenheit
  • und zur Festigung von Wissen für mehr Routine.

Spielerisches Lernen ist bei Kindern ein hervorragender Ansatz, um sich Fähigkeiten anzueignen und zu stärken. Nicht ohne Grund ist Gamification bedeutender Baustein in vielen Lern-Apps. Aber auch Erwachsene können ihren Wissenshorizont damit leichter erweitern; egal, ob beim Onboarding, der Festigung essenzieller Informationen zu firmeninternen Richtlinien, Vorgängen und Prozessen oder der weiterführenden Qualifikation.

Und wie kann Gamification im Mitarbeiterportal nun konkret aussehen?

Konkrete Beispiele für Gamification im Intranet

Intranet-Gamification kommt in unterschiedlicher Gestalt daher. Vom grünen Häkchen für erledigte Aufgaben über das Punktesammeln und Bestenlisten bis hin zu integrierten "Gemeinschaftsspielen" gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten und Formate. Jedes einzelne Element spricht dabei unterschiedliche "Spielertypen" an. Da gibt es jene, die Punkte sammeln und Ziele erreichen möchten (Achiever), und jene, die gern erkunden und Suchspiele lieben (Explorer). Einer dritten Gruppe ist der soziale Aspekt des Spielens, das Miteinander wichtig (Socializer), während die sogenannten Killer Bestenlisten anführen wollen und deren liebster Platz das Siegertreppchen ist. In der Regel vereinen Menschen zwei oder mehr dieser Spielertypen in mehr oder weniger starker Ausprägung in sich.

Beispiele für Gamification-Elemente

Fortschrittsanzeige

Ob Balken oder Prozentangabe: Eine Fortschrittsanzeige gibt ein „Ich komme voran“-Gefühl und sorgt bei 100 % für kleine Erfolgsmomente. Das hilft sowohl beim Status gelesener vs. ungelesener Nachrichten als auch bei der Vervollständigung des eigenen Profils im Intranet – inklusive erster Interaktionsaufgaben.

Punktesystem

Für Achiever ist Punktesammeln oft schon Belohnung genug. Punkte können für viele Aktionen vergeben werden – etwa für Likes, Shares oder Kommentare im Intranet. Auch Wertschätzung lässt sich so ausdrücken, indem Kolleg*innen einander Punkte geben. Punktesysteme funktionieren gut in Kombination mit Auszeichnungen wie virtuellen Abzeichen.

Badges

Abzeichen können für viele Leistungen vergeben werden – etwa für Aktivität im Intranet wie Lesen, Kommentieren oder Teilnahme an Umfragen sowie für interne Wettbewerbe. Auch Nominierungen durch Kolleg*innen, z. B. als „Alltags-Hero“, stärken Beteiligung und Unternehmenskultur, weil Anerkennung direkt aus dem Team kommt.

Ranglisten

Ebenso in Zusammenhang mit dem Punktesystem, aber auch unabhängig davon punkten Sie vor allem bei Achievern mit Bestenlisten (Leaderboards). Wer hat die meisten Kommentare und Likes im Intranet vergeben? Wer ist vor allem im Forum sehr aktiv und hilft anderen weiter? Wer bringt sich am häufigsten beim Ausbau der Wissensdatenbank (Wiki) im Intranet ein?

Beispiele für Gamification-Formate

Quiz

Mit einem Quiz fragen Sie auf spielerische Art und Weise bestehendes Wissen ab und decken etwaige Lücken auf. Wer die korrekten Antworten nicht parat hat, kein Problem: Die Auflösungen sorgen dann für den gewissen Aha-Effekt.

Attraktive Kombi: Ein Adventskalender, hinter dessen einzelnen Türchen sich täglich eine Frage zum Unternehmen verbirgt - mit passender Antwort natürlich.

Umfragen

Wer gefragt wird, fühlt sich wertgeschätzt. Umfragen zeigen Ihren Mitarbeitenden, dass ihre Meinung einen gewissen Stellenwert hat, und vermitteln ein Gefühl der Teilhabe und Mitsprache.

Checklisten

Das Abhaken von Aufgaben spricht ebenso unser Belohnungssystem im Gehirn an. Wenn wir etwas erreicht haben, haken wir es ab. In Form von Checklisten können Sie wiederkehrende oder für viele ihrer Belegschaft relevante Prozesse in Einzelaufgaben aufsplitten und in kleinen Schritten "portioniert" erreichbar machen. Im Onboarding etwa sind Checklisten sehr hilfreich. Sie sind ein einfaches Mittel für ein gelungenes Ankommen.

Mehrstufige Auswahlgrafik mit vier Optionen A bis D, wobei Option D hervorgehoben ist und ein Fragezeichen für Unsicherheit oder Entscheidungsbedarf steht.

Quiz als Gamification-Element im Intranet

Suchspiele

Alle Explorer lieben es - auf Intranetseiten versteckte Dinge, die sich vielleicht nur mit geheimen Hinweisen entschlüsseln und entdecken lassen. Just for fun, nicht nur zu Ostern, oder in Kombination mit Wissensvermittlung im Weiterbildungsbereich Ihres Intranets.

Vor allem gut bei der Einführung eines neuen Intranets: Veranstalten Sie eine virtuelle Schnitzeljagd quer durch das neue Intranet, bei der alle Teilnehmenden von einem Bereich zum nächsten "hüpfen" und auf diese Weise schnell einen Überblick über diverse Funktionalitäten und Möglichkeiten erhalten.

Tippspiel

Weniger für den Lerneffekt, aber mehr für das Miteinander eignen sich Tippspiele, an denen sich unabhängig von der Sportart alle im Unternehmen beteiligen können. Egal ob Fußball, Basketball oder Handball, ob Bundesliga, EM oder WM, hier geht es um das Gemeinschaftsgefühl, dass mal als Tippteam stärken kann. Bei einem Tippspiel kommen nicht nur Achiever, sondern auch Socializer auf ihre Kosten.

Übrigens: Mit unserer smarten Intranet-Software ONIX schenken wir Ihnen das Tippspiel. Wir geben mit ONIX all unseren Intranet-Kunden ein flexibel konfigurierbares Tippspiel-Feature mit. Hier kann z. B. für die Fußball-WM der Männer 2026 für jede Begegnung sowohl der Vorrunde als auch der K.O.-Phase getippt werden. In einer Bestenliste rangieren die einzelnen Mitarbeitenden abhängig von ihrer erspielten Punktezahl.

Exkurs: Spielerisch zu vollständigen Profilen

Alle, die schon einmal eine Kollegin oder einen Kollegen im Intranet oder in der internen Kontaktdatenbank gesucht haben, kennen das: Die gesuchte Person lässt sich einfach nicht finden. Dabei könnt es so einfach sein - mit vollständig ausgefüllten Profilen inklusive Foto, korrektem Namen, Abteilung, Position, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und fachlichem Spezialgebiet. Bevor Sie als Mitglied der Kommunikationsabteilung nun jedes Profil einzeln prüfen und ergänzen, lassen Sie das doch jede*n selbst machen. Verpacken Sie es als Spiel mit Fortschrittsanzeige, Punkten und/oder Badges.

Wer die grundlegenden Daten zur eigenen Person aktualisiert, erhält ein "Fundamental User"-Badge. Gibt es ein Foto derjenigen oder desjenigen plus beruflich relevanter Fachgebiete und Expertise, folgt die zweite Auszeichnung. Und wer noch einen Schritt weitergeht und beispielsweise Lieblingszitat, Lieblingsfilm oder Tierfotos hinzufügt, wird zum "Super User". Also: Verschenken Sie nicht die Chance auf ein lebhaftes Intranet mit spannenden Akteur*innen, die sich in der Kontaktsuche leichter finden lassen und bei denen es auf den Profilen so richtig menschelt. Denn Menschen arbeiten am liebsten mit Menschen zusammen.

Gamification-Risiken: Fokus nicht verlieren

Wir befürworten Gamification im Intranet, doch Vorsicht: Nutzen Sie Gamification nicht zum Selbstzweck! Die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeitenden ist zu wertvoll, um sie zu verschenken. Die spielerischen Elemente sollten deshalb immer die Ziele Ihrer Unternehmenskommunikation, der Personalabteilung und der Geschäftsführung verfolgen.

Trotz der vielen Vorteile und Möglichkeiten birgt Gamification gewisse Risiken. Ablenkung von den eigentlichen Aufgaben oder negatives Betriebsklima können Folgen von unbedachtem Einsatz von Gamification-Elementen und -Formaten sein.

Ineffizienz

Besser keine Gamification als schlechte Gamification. Denn wenn die gamifizierten Formate an den Interessen der Mitarbeitenden vorbeigehen ("Kenne deine Zielgruppe"), kann es sein, dass sie aus Desinteresse, Unverständnis oder Überforderung einfach nicht teilnehmen.

Ineffektivität

Gamification im Intranet wirkt nur, wenn sie Arbeit unterstützt statt ablenkt. Punktesammeln ohne klares Ziel – etwa mehr Motivation oder Produktivität – ist nicht sinnvoll. Auch wenn die Aktivität steigt, droht Fokusverlust durch „Punktejagd“. Punktesysteme sollten daher gut durchdacht sein, um die gewünschten Effekte zu erzielen.

Over-Gamification

Durch übertriebenen Einsatz könnte das Gefühl vermittelt werden, ständig im Wettbewerb miteinander zu stehen, was Stress und negative Emotionen fördert. Außerdem wird so begünstigt, dass die Aufgaben des beruflichen Alltags vernachlässigt werden.

Verdrängungseffekt

“Crowding Out”: Badges können extrinsisch motivieren, aber auch der inneren Motivation schaden. Vorsicht bei Ranglisten: Was einige antreibt, kann andere entmutigen. Wer unten steht, fühlt sich schnell bloßgestellt. Besser: Nur die vordersten Plätze – etwa die Top Ten – kommunizieren. So würdigen Sie Leistung, ohne andere negativ hervorzuheben.

Unser Fazit: Ein bisschen Spaß muss sein

Gamification im Intranet bietet viele Chancen, birgt aber auch Herausforderungen. Unternehmen sollten Elemente gezielt auswählen und gut umsetzen, damit sie zur Unternehmenskultur passen, die Zufriedenheit erhöhen und keine unerwünschten Effekte auslösen. In diesem Sinne: „Lasst die Spiele beginnen!“

Wie Gamification in Ihrem Intranet aussehen kann?

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